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Hintergrund und Ziele

Ziel der Diabetes-Surveillance ist die zeitnahe und regelmäßige Berichterstattung zu Krankheitsdynamik, Versorgungsqualität, Determinanten und Folgeerkrankungen von Diabetes.

Diabetes als Herausforderung für die Öffentliche Gesundheit

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), insbesondere der mit der Lebensweise und den Lebensverhältnissen assoziierte Typ-2-Diabetes, zählt weltweit zu den chronischen Krankheiten mit großer Bedeutung für die Öffentliche Gesundheit (Public Health). Dies resultiert einerseits aus der Häufigkeit von Typ-2-Diabetes und seiner wesentlichen, potenziell vermeidbaren Risikofaktoren. Andererseits ist das Vorliegen eines Diabetes häufig mit Begleit- und Folgeerkrankungen, einer verminderten gesundheitsbezogenen Lebensqualität und einer verringerten gesunden und allgemeinen Lebenserwartung verbunden. Der Diabetes ist somit auch eine Erkrankung mit hohen Kosten für das Gesundheitssystem.

Diabetes-Surveillance am Robert Koch-Institut

Vor diesem Hintergrund wird derzeit am Robert Koch-Institut (RKI) mit Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit ein Forschungsprojekt zum Aufbau einer Nationalen Diabetes-Surveillance in Deutschland durchgeführt. Surveillance (Überwachung) bedeutet im Public-Health-Kontext eine systematische und kontinuierliche Erhebung, Zusammenführung und Analyse von gesundheitsbezogenen Daten. Ziel der Diabetes-Surveillance ist es, eine regelmäßige indikatorenbasierte Diabetesberichterstattung zur zeitnahen und handlungsorientierten Information der Gesundheitspolitik, Gesundheitsforschung, Krankenversorgung und Public-Health-Praxis basierend auf Verknüpfungen der Daten des RKI-Gesundheitsmonitorings mit anderen relevanten Datenquellen auf Bundes- und regionaler Ebene aufzubauen. Die erhaltenen Informationen sollen als Entscheidungshilfe zur Planung, Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen für eine verbesserte Prävention und Versorgung von Diabetes dienen.

Die erste vierjährige Projektphase „Aufbau einer Nationalen Diabetes-Surveillance am Robert Koch-Institut“ beinhaltet folgende Meilensteine:

  1. Entwicklung eines Rahmenkonzeptes und Definition zentraler Kennzahlen (Indikatoren), welche Risikofaktoren, Krankheitshäufigkeit, Krankheitsfolgen und Versorgungsqualität des Diabetes abbilden
  2. Bewertung der verfügbaren Daten und bestehender Datenlücken sowie der indikatorenbasierten Integrierbarkeit von Sekundärdaten
  3. Abstimmung zu Inhalt und Format eines periodischen Nationalen Diabetesberichts unter Berücksichtigung internationaler „Best Practice-Modelle“
  4. Erstellung eines Prototypen für den Nationalen Diabetesbericht
  5. Bewertung der Nationalen Diabetes-Surveillance bezüglich einer Übertragbarkeit auf andere chronische Krankheiten

Für die nachfolgende zweijährige Projektphase „Fortsetzung der laufenden projektbezogenen Förderung der Diabetes-Surveillance“ sind die folgenden Meilensteine geplant:

  1. Aus- und Aufbau indikatorenbasierter Zeitreihen durch wiederkehrende Nutzung bzw. Vervollständigung der in der ersten Projektphase eingebundenen Datengrundlagen
  2. Anpassung an veränderte Anforderungen und Vervollständigung des Indikatorensets
  3. Stärkung einer auf alle Lebensphasen und vulnerable Zielgruppen ausgerichteten Diabetesberichterstattung
  4. Weiterentwicklung der Verknüpfung regionalisierter Ergebnisse der Diabetes-Surveillance mit der Gesundheitsberichterstattung der Länder
  5. Ausgestaltung der Ergebnisdissemination für eine nutzer- und handlungsorientierte Berichterstattung

Die beiden Projektphasen des Forschungsprojektes werden jeweils durch einen interdisziplinären wissenschaftlichen Fachbeirat begleitet. Zur Erreichung der gesetzten Meilensteine erfolgt darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit weiteren Akteurinnen und Akteuren in Gesundheitspolitik und Öffentlichem Gesundheitsdienst auf Bundes- und Landesebene, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, den medizinischen Fachgesellschaften sowie nationalen und internationalen wissenschaftlichen Kooperationspartnerinnen und -partnern in Public-Health. Zusätzlich werden gezielt methodische Kooperationsprojekte gefördert.