GSB 7.1 Standardlösung

Diabetische Polyneuropathie

Langfristig erhöhte Blutzuckerspiegel können zur Schädigung sowohl von vegetativen wie auch somatischen Nerven führen. Die häufigste Form der Nervenschädigung stellt die distal, d.h. von der Körpermitte entfernte, betonte sensomotorische Polyneuropathie dar, welche vor allem die Füße betrifft und das Risiko für die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms erhöht. Zur Früherkennung einer diabetischen Neuropathie soll gemäß der Leitlinie zur Therapie des Typ-1-Diabetes jährlich eine Anamnese und Untersuchung erfolgen (DDG, 2018).

Kernaussagen

  • Bei 0,31 % aller Kinder und Jugendlichen mit Diabetes ist im Jahr 2013 eine diabetische Polyneuropathie dokumentiert.
  • Die diabetische Polyneuropathie ist bei Diabetes im Kindes- und Jugendalter selten und die Prävalenz steigt erst im Erwachsenenalter mit zunehmender Diabetesdauer an.

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Ergebnis

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes, bei denen eine diabetische Polyneuropathie dokumentiert ist, beträgt 0,31 % (Mädchen: 0,28 %; Jungen: 0,34 %) im Jahr 2013. Dies entspricht weniger als 100 Kinder und Jugendliche mit einer dokumentierten diabetischen Polyneuropathie.

Fazit

Die diabetische Polyneuropathie ist im Kindes- und Jugendalter selten. Auch das Disease Management Programm (DMP) für Typ-1-Diabetes in Nordrhein-Westfalen berichtet niedrige Prävalenzen der diabetischen Neuropathie von unter 1 % (Zi ,2019). Jedoch ist die Vergleichbarkeit zwischen Studien aufgrund variierender Dokumentations- und Diagnosestandards erschwert und Prävalenzschätzungen unterscheiden sich deutlich (Feldman et al., 2019). Für die diabetische Neuropathie stellen eine schlechte Blutzuckereinstellung und die Diabetesdauer die wichtigsten Risikofaktoren dar. Es wird davon ausgegangen, dass über 50 % der Personen mit Diabetes im Krankheitsverlauf eine diabetische Neuropathie entwickeln, welche sich mit steigender Prävalenz im Erwachsenalter bemerkbar macht (Diabetische Polyneuropathie). 

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator diabetische Polyneuropathie ist definiert als Anteil von Personen mit dokumentiertem Diabetes bei welchen zusätzlich eine diabetische Polyneuropathie (G63.2) dokumentiert ist. 

Bezugspopulation

Gesetzlich krankenversicherte Kinder- und Jugendliche (< 18 Jahre) mit dokumentiertem Diabetes (gemäß der Definition der Prävalenz des dokumentierten Diabetes), die mindestens 360 Tage im jeweiligen Jahr versichert sind, ihren Wohnsitz in Deutschland haben und ihre Gesundheitsleistungen vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet bekommen, werden in die Analysen eingeschlossen.

Datenquelle

Versorgungsdaten aller circa 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten nach Datentransparenzverordnung (DaTraV-Daten). Ca. 10 Millionen sind zwischen 0 und 17 Jahre alt, von welchen etwa 25.000 einen dokumentierten Diabetes aufweisen. 

Berechnung

  • Beobachtete Werte: Quotienten aus der Anzahl der Personen mit dokumentiertem Diabetes und dokumentierter diabetischer Polyneuropathie im Verhältnis zu allen gesetzlich Krankenversicherten mit dokumentiertem Diabetes.

Datenqualität

Es handelt sich um Leistungs- und Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese umfassen ambulant und stationär dokumentierte Diagnosedaten sowie Informationen zur Verordnung von Medikamenten. Die Qualität der Daten hängt von der Dokumentationspraxis ab. In den DaTraV-Daten sind keine Versorgungsdaten von privat Krankenversicherten und keine Angaben zu den erbrachten stationären oder ambulanten Leistungen enthalten.

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