GSB 7.1 Standardlösung

Insulinpumpentherapie bei Typ-1-Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, welche die insulinproduzierenden Zellen des Pankreas zerstört und durch einen absoluten Insulinmangel gekennzeichnet ist. Die intensivierte Insulintherapie gilt als Behandlungsstandard des Typ-1-Diabetes und besteht aus einer Injektion von basalem Insulin unabhängig von Mahlzeiten und zusätzlichen Injektionen zu den Mahlzeiten (Bolus). Insulinpumpen stellen eine besondere Form der intensivierten Insulintherapie dar, bei welcher basales Insulin automatisiert verabreicht wird. Der Einsatz der Insulinpumpentherapie ist bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes von besonderer Bedeutung und daher auch fest in den Leitlinien integriert (DDG, 2018; DDG, 2015).

Kernaussagen

  • Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland wurden im Jahr 2019 mit einer Insulinpumpe behandelt.
  • Mädchen mit Typ-1-Diabetes verwenden häufiger eine Insulinpumpe als Jungen mit Typ-1-Diabetes.
  • Im Zeitverlauf hat der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes mit Insulinpumpetherapie deutlich zugenommen.

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Ergebnis

Die Prävalenz der Insulinpumpentherapie betrug im Jahr 2019 bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren mit Typ-1-Diabetes 57,4 % (Mädchen: 60,2 %; Jungen: 54,9 %). Über den Beobachtungszeitraum 2007 – 2019 nahm die Anwendung von Insulinpumpen von 25,1 % (Mädchen 27,5 %; Jungen 23,0 %) im Jahr 2007 auf 57,4 % (Mädchen 60,2 %; Jungen 54,9 %) im Jahr 2019 kontinuierlich zu. Dabei lag über den ganzen Beobachtungszeitraum die Insulinpumpentherapie bei Mädchen im Durchschnitt ca. 5 Prozentpunkte höher als bei Jungen.

Fazit

Im Jahr 2019 erfolgte bei mehr als der Hälfte der Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes eine Behandlung mit einer Insulinpumpe. Die Anwendung von Insulinpumpen nahm im Beobachtungszeitraum kontinuierlich zu und ist bei Mädchen höher als bei Jungen. Die Ursache für die stabilen Geschlechterunterschiede in der Anwendung von Insulinpumpen im pädiatrischen Alter ist unklar und muss weiter untersucht werden. Die Therapie mit einer Insulinpumpe ist für Menschen mit Typ-1-Diabetes mit einer höheren Flexibilität und physiologischeren Insulingabe verbunden. Studien deuten darauf hin, dass sich die Blutzuckereinstellung mit einer Pumpentherapie verbessern lässt, allerdings ist die Datenlange hinsichtlich langfristiger Vorteile, beispielsweise einer Reduktion von Folgeerkrankungen, nicht sicher belegt (DDG, 2015).

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Insulinpumpentherapie ist definiert als Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes, die mit einer Insulinpumpe behandelt werden.

Bezugspopulation

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes mit Wohnsitz in Deutschland, Alter 0-17 Jahre.

Datenquelle

Bundesweite und regionale Diabetesregister (DPV-Register, ESPED-Inzidenzregister, NRW-Register, Sächsisches Diabetesregister). Grundlage ist der Datenbestand September 2020 der DPV-Datenbank, der komplett validiert und festgeschrieben ist.

Berechnung

  • Beschreibung: Die Rate der Insulinpumpentherapie bezogen auf Kinder und Jugendliche von 0-17 Jahren mit Typ-1-Diabetes in Deutschland im Beobachtungszeitraum 2007-2019.
  • Hochrechnung/Gewichtung: Für die bundesweiten Schätzungen wurden die erforderlichen Populationsdaten des Statistischen Bundesamtes auf der Grundlage des Zensus 2011 verwendet. Ergebnisse mit 95%-Konfidenzintervallen wurden unter der Annahme einer Poissonverteilung der Fälle nach der Personenjahre-Methode geschätzt (Woodward, 2013; Sahai, 1993).
  • Altersstandardisierung: Alters- und geschlechtsstandardisierte Schätzungen mit einer Gleichgewichtung für das Geschlecht und einer Altersgewichtung entsprechend der Altersspanne der Altersgruppen.

Datenqualität der teilnehmenden Praxen

Die Diabetesregister stellen von freiwillig teilnehmenden Praxen bzw. Kliniken übermittelte ambulante bzw. stationäre Diagnosedaten und Informationen zur Therapieform von gesetzlich und privat Krankenversicherten zu unterschiedlichen Diabetestypen und Altersgruppen bereit. Die Datenqualität hängt von der Dokumentationspraxis ab, die einer gründlichen Plausibilitätsprüfung unterliegt. Die Annäherung an eine Vollerfassung für die Bezugspopulation erfolgt durch statistische Verfahren und resultiert in korrigierten Schätzungen.

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