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Inzidenz Typ-1-Diabetes

Die Rate der Neuerkrankungen (Inzidenz) und auch die daraus folgende absolute Zahl der Neuerkrankten stellen für die Einschätzung der Krankheitsdynamik entscheidende Kennzahlen dar. Die Inzidenz beeinflusst die zukünftige Entwicklung der Prävalenz und der zu erwartenden Anzahl von Erkrankten (Tönnies et al. 2019).

Kernaussagen

  • Im Beobachtungszeitraum 2014 bis 2022 sind jährlich etwa 4.100 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren neu an Typ-1-Diabetes erkrankt.
  • Die Inzidenz des Typ-1-Diabetes ist bei 7- bis 13-Jährigen am höchsten, wobei Jungen häufiger erkranken als Mädchen.

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Trend

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach Bildungsgruppe

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Ergebnis

Die geschätzte Inzidenz (pro 100.000 Personenjahre) des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren in Deutschland lag für den Beobachtungszeitraum 2014 bis 2022 durchschnittlich bei 29,9 (Mädchen: 27,8; Jungen: 32,1). Dies entspricht einer absoluten Zahl von 36.643 Neuerkrankungen (durchschnittlich 4.071 pro Jahr). Die Betrachtung über die Altersgruppen für den Beobachtungszeitraum zeigt die höchste Inzidenz für Mädchen bei 7- bis 10-Jährigen (39,7) und für Jungen bei 11- bis 13-Jährigen (45,8). Im Beobachtungszeitraum nahm die Inzidenz des Typ-1-Diabetes insgesamt jährlich um 2,9 % zu (Jungen: 3,6 %; Mädchen: 2,1 %), vornehmlich aufgrund höherer Inzidenzen seit Beginn der COVID-19-Pandemie.

Fazit

Bundesweite Schätzungen auf der Basis von Registerdaten zeigen, dass die Inzidenz des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Durchschnitt ansteigt. Jährlich erkranken etwa 4.100 Kinder und Jugendliche neu an Typ-1-Diabetes. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Analysen auf Routinedatenbasis für den Zeitraum 2015 bis 2021 zeigten Inzidenzen in einer ähnlichen Größenordnung.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Inzidenz des Typ-1-Diabetes ist definiert als die Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit einer registrierten oder dokumentierten Neuerkrankung an einem Typ-1-Diabetes pro 100.000 Kinder und Jugendliche in der Bevölkerung und Jahr.

Bezugspopulation

Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Deutschland, Alter 0 bis 17 Jahre

Datenquelle

Bundesweite und regionale Diabetesregister (DPV-Register, ESPED-Inzidenzregister, NRW-Register, Sächsisches Diabetesregister). Grundlage ist der Datenbestand 03/2023 der DPV-Datenbank.

Berechnung

  • Beschreibung: Die Anzahl der Erkrankungen pro 100.000 Kinder und Jugendliche von 0 bis 17 Jahren in Deutschland im Beobachtungszeitraum 2014 bis 2022.
  • Hochrechnung/Gewichtung: Für die bundesweiten Schätzungen wurden die Fortschreibungsdaten des Statistischen Bundesamtes auf der Grundlage des Zensus 2011 verwendet. Ergebnisse mit 95 %-Konfidenzintervallen wurden unter der Annahme einer Poissonverteilung der Fälle nach der Personenjahre-Methode geschätzt (Woodward 2013; Sahai und Kurshid 1993).
  • Standardisierung: Alters- und geschlechtsstandardisierte Schätzungen mit einer Gleichgewichtung für das Geschlecht und einer Altersgewichtung entsprechend der Altersspanne der Altersgruppen.
  • Absolute Zahlen: Die Summe der absoluten Zahlen von beiden Geschlechtern entspricht nicht unbedingt exakt der absoluten Zahl für die entsprechende Gesamtgruppe, da die Schätzungen aus separaten log-linearen Modellen abgeleitet sind.

Datenqualität

Die Diabetesregister stellen von freiwillig teilnehmenden Praxen bzw. Kliniken übermittelte ambulante bzw. stationäre Diagnosedaten und Informationen zur Therapieform von gesetzlich und privat Krankenversicherten zu unterschiedlichen Diabetestypen und Altersgruppen bereit. Die Datenqualität hängt von der Dokumentationspraxis ab, die einer gründlichen Plausibilitätsprüfung unterliegt. Die Annäherung an eine Vollerfassung für die Bezugspopulation erfolgt durch statistische Verfahren und resultiert in korrigierten Schätzungen.