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Totgeburt

Sowohl der erstmals während der Schwangerschaft auftretende Diabetes (Prävalenz Gestationsdiabetes) als auch ein vor der Schwangerschaft bestehender Diabetes (präkonzeptioneller Diabetes) erhöhen das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt (DDG et al. 2021; DDG, DGGG 2018). So steigt u. a. auch das Risiko einer Totgeburt bei Vorliegen eines präkonzeptionellen Diabetes (DDG et al. 2021). Ein Zusammenhang der Totgeburt mit dem Gestationsdiabetes ist hingegen nicht eindeutig belegt (Ye et al, 2022; Lemieux et al. 2022).

Kernaussagen

  • Im Jahr 2021 lag der Anteil an Totgeburten von Einlingen bei 0,39 %.
  • Bei Frauen mit einem präkonzeptionellen Diabetes ist der Anteil an Totgeburten höher (1,1 %) als bei Frauen ohne Diabetes (0,39 %); bei Frauen mit Gestationsdiabetes hingegen niedriger (0,25 %).
  • Im Zeitverlauf steigt der Anteil an Totgeburten an, insbesondere bei Frauen mit einem präkonzeptionellen Diabetes (2013: 0,64 %; 2021: 1,1 %).

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Trend

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Ergebnis

Im Jahr 2021 lag der Anteil an totgeborenen Einlingen bei 0,39 %. Bei Frauen mit Gestationsdiabetes ist der Anteil niedriger (0,25 %) und bei Frauen mit einem präkonzeptionellen Diabetes höher (1,1 %) als bei Frauen ohne Diabetes (0,39 %). Im Zeitverlauf nimmt der Anteil der Totgeburten bei Frauen ohne Diabetes (2013: 0,32 %; 2021: 0,39 %), bei Frauen mit Gestationsdiabetes (2013: 0,23 %; 2021: 0,25 %) und bei Frauen mit präkonzeptionellem Diabetes (2013: 0,64 %; 2021: 1,1 %) zu.

Fazit

Eine Totgeburt ist insgesamt relativ selten, allerdings nimmt der Anteil im Zeitverlauf zu. Bei Frauen mit präkonzeptionellem Diabetes ist der Anstieg besonders ausgeprägt und liegt höher als in einer der früheren Analysen aus Bayern auf gleicher Datenbasis (Beyerlein et al., 2018). Der Gestationsdiabetes ist hingegen mit einem niedrigeren Anteil an Totgeburten assoziiert. Zum einen könnte dies an einer intensiveren Versorgung von Frauen mit Gestationsdiabetes liegen, aber auch daran, dass Frauen zum Zeitpunkt der Totgeburt möglicherweise noch keinen Test auf Gestationsdiabetes erhalten haben (Hutcheon et al., 2013). Auch das statistische Bundesamt berichtet einen zunehmenden Anteil an Totgeburten über die letzten Jahre (Destatis, 2022). Das steigende maternale Alter konnte nur einen geringen Teil der Zunahme erklären. Somit sollte insbesondere die Betreuung von Frauen mit einem präkonzeptionellen Diabetes in den Blick genommen und die zeitliche Entwicklung engmaschig weiterbeobachtet werden.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Totgeburt ist definiert als Anteil der Frauen mit Klinikgeburt in einem gegebenen Jahr, bei denen eine Totgeburt dokumentiert wurde.

Bezugspopulation

Alle Frauen mit stationärer Einlingsgeburt in Deutschland.

Datenquelle

Qualitätssicherung Perinatalmedizin (Geburtshilfe) seit 2015 am Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) auf Basis der Perinatalstatistik der Länder (https://iqtig.org/qs-verfahren/peri/). Diese enthält Daten aller rund 700.000 stationären Geburten pro Jahr in Deutschland.

Berechnung

  • Beobachtete Werte: Quotient aus der Anzahl an Frauen mit dokumentierter Totgeburt und der Anzahl aller Frauen mit Klinikgeburt.
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen < 25, 25-29, 30-34, 35-39 und ≥ 40 Jahre mit der Population der Klinikgeburten des Jahres 2021.
  • Stratifizierung: Bei der Analyse wird nach Frauen mit präkonzeptionellem Diabetes (dokumentiert im Katalog A: „Anamnese und allgemeine Befunde/Erste Vorsorge-Untersuchung“ im Mutterpass), einem Gestationsdiabetes (Prävalenz Gestationsdiabetes) und keinem Diabetes unterschieden.

Datenqualität

Der Datensatz enthält nur Informationen zu Klinikgeburten, da die Daten von den Krankenhäusern übermittelt werden. Somit werden Daten von Geburten außerhalb des Krankenhauses, die einen sehr kleinen Anteil von unter 2 % darstellen, nicht erfasst. Aufgrund einer möglichen unvollständigen Dokumentation des Gestationsdiabetes im Mutterpass, ist eine Unterschätzung der Prävalenz des Gestationsdiabetes möglich. Weiterhin ist beim präkonzeptionellem Diabetes keine Unterscheidung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes möglich.