GSB 7.1 Standardlösung

Präventionsausgaben

Präventionsprogramme, wie beispielsweise Kursangebote zur Bewegungsförderung in Betrieben und Schulen (Franzkowiak, 2022), können zur Senkung der Krankheitslast von Typ-2-Diabetes und anderen nichtübertragbaren Krankheiten beitragen (Schwarz et al., 2007; Jordan et al., 2012). Präventionsausgaben in der Gesundheitsausgabenrechnung umfassen Leistungen, die der Entstehung und Verbreitung von Krankheiten vorbeugen sollen. Eine ausreichende Finanzierung von Präventionsprogrammen ist wichtig, damit diese nicht an finanziellen Hürden scheitern.

Kernaussagen

  • Der Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben im Jahr 2021 betrug 6,47 %.
  • Der Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben ist in den letzten 25 Jahren relativ konstant geblieben und stieg erst 2021 sprunghaft an.

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Trend

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Ergebnis

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 369 € pro Einwohnerin bzw. Einwohner für Prävention und Gesundheitsschutz ausgegeben. Das entspricht einem Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben von 6,47 %. Von 1992 bis 2020 sind die Ausgaben für Prävention kontinuierlich von 73 € auf 176 € pro Einwohnerin bzw. Einwohner gestiegen, während es im Jahr 2021 zu einer Verdopplung 369 € pro Einwohnerin bzw. Einwohner kam. Der Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben war im Zeitraum 1992-2020 relativ konstant (1992: 3,69 %; 2020: 3,32 %), unterlag dort nur minimalen Schwankungen und stieg erst 2021 sprunghaft an. Den Höchstwert erreichte der Anteil der Präventionsausgaben im Jahr 2021 mit 6,47 %, den niedrigsten Wert im Jahr 1998 mit 3,26 %.

Fazit

Die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz sind in Deutschland in den letzten 25 Jahren kontinuierlich gestiegen. Dabei ist der Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben bis 2020 fast unverändert geblieben. Ein sprunghafter Anstieg der Ausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz konnte während der COVID-19-Pandemie 2021 beobachtet werden. Steigende Gesundheitsausgaben gingen immer auch mit höheren Präventionsausgaben einher. Insgesamt ist der Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben relativ gering. Zur Senkung der Inzidenz von Typ-2-Diabetes und anderen häufigen nichtübertragbaren Krankheiten sollte eine Erhöhung der Präventionsausgaben angestrebt werden.

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Definition

Der Indikator Präventionsausgaben ist definiert als Anteil der Präventionsausgaben an den Gesundheitsausgaben pro Einwohnerin bzw. Einwohner in Deutschland. Unter den Ausgaben für Prävention/Gesundheitsschutz in der Gesundheitsausgabenrechnung werden alle Leistungen zusammengefasst, die das Entstehen oder die weitere Verbreitung von Krankheiten im Vorfeld oder Frühstadium verhindern sollen. Dabei werden auch die von den Ministerien, den Gesundheitsämtern und sonstigen Institutionen erbrachten Überwachungs- und Aufsichtsfunktionen berücksichtigt (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2023).

Datenquelle

Gesundheitsausgabenrechnung. Die Gesundheitsausgabenrechnung gibt eine Übersicht über die Struktur und Entwicklung der Ausgaben im Gesundheitswesen. Dabei werden die Ausgaben im Gesundheitswesen nach Ausgabenträger, Leistungsarten und Einrichtungen zusammengefasst (Destatis, 2023).

Berechnung

  • Beobachte relative Werte: Quotient aus den Ausgaben für Prävention pro Einwohnerin bzw. Einwohner und den Gesundheitsausgaben pro Einwohnerin bzw. Einwohner (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2023)
  • Beobachtete absolute Werte : Summe der Ausgaben für Prävention pro Einwohnerin bzw. Einwohner

Datenqualität

Die Berechnung der Gesundheitsausgaben erfolgt auf Basis von 35 Datenquellen. Dabei handelt es sich überwiegend um Geschäfts- und Rechnungsergebnisse, statistische und finanzielle Berichte, Haushaltspläne und Branchenberichte. Die Statistiken unterliegen den Qualitätskriterien der amtlichen Statistik oder werden von den Datenhaltern validiert. Bei zeitlichen Trends ist zu beachten, dass keine Inflationsbereinigung stattfindet. Weitere Informationen zur Datenqualität sind an anderer Stelle zusammengefasst (Destatis, 2023; Stahl, 2020). Eine Trennung der Präventionsausgaben hinsichtlich Ausgaben für Primärprävention und Sekundärprävention ist nicht möglich.

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