GSB 7.1 Standardlösung

Erwerbsminderungsrente

Diabetes kann die Leistungsfähigkeit erheblich einschränken und in der Folge die Ausübung der beruflichen Tätigkeit gefährden (Pollmanns et al. 2013). Der Bezug einer Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) gilt als Ausdruck einer herabgesetzten beruflichen Leistungsfähigkeit.

Kernaussagen

  • Die Rate an Erwerbsminderungsrenten mit einer Erst- oder Zweitdiagnose Diabetes nimmt im Zeitverlauf ab, wobei Frauen im Vergleich zu Männern konstant geringere Werte zeigen.
  • Die Erwerbsminderungsraten zeigen deutliche Unterschiede auf Bundeslandebene, die zwischen einzelnen Bundesländern um mehr als das 3-fache auseinanderliegen.

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Ergebnis

Von 2013 bis 2019 zeigt sich jeweils bezogen auf 100.000 aktiv Versicherte der Deutschen Rentenversicherung für beide Geschlechter ein Rückgang der Erwerbsminderungsrenten mit einer Erst- oder Zweitgewährungsdiagnose Diabetes. Während die Rate 2013 noch 12,7 pro 100.000 aktiv Versicherten betrug, sank diese Rate bis 2019 auf 9,4. Frauen beziehen von 2013 bis 2019 im Vergleich zu Männern seltener eine Erwerbsminderungsrente. So lag die Rate im Jahr 2013 bei Frauen bei 9,2 und bei Männern bei 16,1. Bis 2019 sank sie auf 6,5 bei Frauen und 12,1 bei Männern. Auf der Ebene der Bundesländer sind deutliche Unterschiede im Bezug einer Erwerbsminderungsrente mit einer Erst- oder Zweitgewährungsdiagnose Diabetes zu erkennen. So sind beispielsweise im Jahr 2019 im Saarland (Frauen: 7,5; Männer: 16,5), Brandenburg (Frauen: 15,3; Männer: 28,0) und Mecklenburg-Vorpommern (Frauen: 11,5; Männer: 25,4) relativ hohe und in Hamburg (Frauen: 6,7; Männer: 9,8), Baden-Württemberg (Frauen: 5,3; Männer: 9,2) und Bayern (Frauen: 4,0; Männer: 8,5) vergleichsweise niedrige Erwerbsminderungsraten zu beobachten.

Fazit

Der Bezug einer Erwerbsminderungsrente mit Erst- oder Zweitdiagnose Diabetes zeigt sich im Zeitverlauf für Frauen und Männer rückläufig. Bei der Anzahl der Erwerbsminderungsrenten werden regionale Unterschiede deutlich, die mit der Diabetesprävalenz und der räumlichen Verteilung sozioökonomischer Deprivation (Kroll et al. 2017) korrespondieren.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Erwerbsminderungsrente ist definiert als Anzahl an Erwerbsminderungsrenten mit einer Gewährungsdiagnose (Erst- oder Zweitdiagnose) Diabetes (E10.- bis E14.-) bezogen auf 100.000 aktiv Versicherte in einem Jahr.

Bezugspopulation

Gesetzlich bei der Deutschen Rentenversicherung aktiv versicherte Personen.

Datenquelle

Statistik der Deutschen Rentenversicherung, die alle circa 4.500 pro Jahr bewilligten Erwerbminderungsrenten mit Erst- oder Zweitdiagnose einschließt. Insgesamt sind etwa 38 Millionen Personen aktiv bei der Deutschen Rentenversicherung versichert.

Berechnung

  • Beobachtete Werte: Anzahl an Erst- und Zweidiagnosen zur Gewährung einer Erwerbsminderungsrente bezogen auf 100.000 aktiv Versicherte. Die Darstellung nach Bundesland basiert auf dem Wohnort.
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen jünger als 30 Jahre, von 30-39 bis 50-59 Jahre in Zehnjahresschritten und älter als 60 Jahre mit der Bevölkerung der aktiv versicherten Personen in der gesetzlichen Rentenversicherung zum 31.12.2018.

Datenqualität

Vollerhebung aller Rentenzugänge mit hoher Qualität, da an die Dokumentation finanzielle Leistungen gebunden sind. Insbesondere verbeamtete Personen und Personen in berufsständigen Versorgungswerken sind nicht Teil der Datenbasis.

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