GSB 7.1 Standardlösung

Ambulant-sensitive Krankenhausfälle

Diabetes kann aufgrund des Auftretens von Komplikationen oder Blutzuckerentgleisungen eine stationäre Behandlung erfordern. Der Indikator „ambulant-sensitive Krankenhausfälle“ ist international etabliert und wird alle zwei Jahre als Teil des OECD-Berichts Health at a Glance im internationalen Vergleich publiziert (OECD 2017). Auf der Grundlage der OECD-Definition werden nur Krankenhausaufnahmen mit der Hauptdiagnose Diabetes einbezogen, da der Indikator die ambulante Versorgungsqualität messen soll. Stationäre Fälle mit Diabetes als Nebendiagnose, die aufgrund der mit dem Alter zunehmenden Prävalenz des Diabetes auf viele Behandlungsfälle zutreffen (Lehmann et al. 2019), werden in diesem Konzept nicht berücksichtigt.

Kernaussagen

  • Die Rate ambulant-sensitiver Krankenhausfälle zeigt einen abnehmenden Trend, der bei Frauen im Vergleich zu Männern stärker ausfällt.
  • Die Rate ambulant-sensitiver Krankenhausfälle ist in den Bundesländern mit hoher Diabetesprävalenz besonders hoch.

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Trend

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach Bildungsgruppe

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Ergebnis

Von 2015 bis 2019 zeigt sich eine Abnahme an ambulant-sensitiven Krankenhausfällen mit Hauptbehandlungsdiagnose Diabetes pro 100.000 Einwohnern von 263 auf 248. Bei Frauen sinkt die Rate von 217 auf 193 und bei Männern von 312 auf 305 pro 100.000 Einwohnern. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zeigen mit 357 und 306 für Frauen sowie 530 und 467 für Männer deutlich höhere Raten pro 100.000 Einwohnern im Vergleich zu Schleswig-Holstein (Frauen: 151; Männer: 246) oder Hamburg (Frauen: 136; Männer: 217).

Fazit

Über die Zeit nimmt die Rate ambulant-sensitiver Krankenhausfälle aufgrund der Indikation Diabetes leicht ab. Frauen zeigen im Vergleich zu Männern deutlich geringere Raten und im Zeitverlauf auch eine stärkere Abnahme der Rate. Die regionalen Ergebnisse zeigen die höchsten Raten für ambulant-sensitive Krankenhausfälle in den Bundesländern mit im Vergleich bereits hoher Prävalenz des Diabetes (Faktenblatt „Prävalenz des dokumentierten Diabetes“) (Pollmanns et al. 2018). Die Rate der stationären Krankenhausfälle mit Diabetes als Nebendiagnose, die aufgrund der hohen Prävalenz des Diabetes in den höheren Altersgruppen deutlich oberhalb der hier berichteten Rate liegt, ist nicht Gegenstand des hier dargestellten Konzepts, welches auf die ambulante Versorgung in Qualität und Struktur zielt.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator ambulant-sensitive Krankenhausfälle ist definiert als Anzahl an stationären Behandlungsfällen von Personen (ab 15 Jahren) mit Hauptbehandlungsdiagnose Diabetes (E10.-/E11.-/E13.-/E14.-) bezogen auf 100.000 Einwohner (ab 15 Jahren) in einem Jahr.

Bezugspopulation

Alle Krankenhausfälle, die nach dem DRG-Vergütungssystem abgerechnet werden.

Datenquelle

Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), die alle ca. 19 Millionen stationär behandelten Fälle pro Jahr in Deutschland einschließt.

Berechnung

  • Beobachtete Werte: Anzahl an Krankenhausfällen bezogen auf 100.000 Einwohner. Die Darstellung nach Bundesland basiert auf dem Wohnort.
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen 15-19 Jahre bis 80-84 Jahre in Fünfjahresschritten und der Altersgruppe 85 Jahre und älter mit der Bezugspopulation der Wohnbevölkerung Deutschlands zum 31.12.2019.

Datenqualität

Die fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik beinhaltet Informationen über alle Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Sie umfasst unter anderem Haupt- und Nebendiagnosen, Operationen und Prozeduren sowie Informationen zu Alter, Geschlecht und Wohnort der Patientinnen und Patienten. Die Daten werden auf Fallbasis dokumentiert, sodass wiederholte Krankenhausaufenthalte einer Person als mehrere Fälle gewertet werden. Die Datenqualität hängt von der Kodierpraxis und weiteren Dokumentationseffekten ab.

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