GSB 7.1 Standardlösung

Diabetesbedingte Amputationen

Diabetes kann im Krankheitsverlauf zu Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen an den Extremitäten führen. Bei nicht rechtzeitiger oder nicht adäquater Versorgung beispielsweise eines diabetischen Fußsyndroms kann die Amputation unterer Extremitäten notwendig werden. Der Indikator ist auch Teil des von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Berichts Health at a Glance (OECD 2017), welcher alle zwei Jahre erscheint.

Kernaussagen

  • Die Rate der diabetesbedingten Amputationen pro 100.000 Einwohner nimmt im Zeitraum von 2015 bis 2020 ab.
  • Frauen zeigen im Unterschied zu Männern über die Zeit stetig sinkende Raten.
  • Die Rate diabetesbedingter Amputationen ist in den Bundesländern mit hoher Diabetesprävalenz und Regionen mit starker regionaler sozialökonomischer Deprivation besonders hoch.

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Trend

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach regionaler sozioökonomischer Deprivation

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Ergebnis

Zwischen 2015 und 2020 zeigt sich eine Abnahme der Major-Amputationsraten bei Diabetes pro 100.000 Einwohner von 11,3 auf 10,6. Frauen zeigen im betrachteten Zeitraum stärker sinkende Raten von 7,1 auf 5,9. Im Vergleich zu Frauen sind die Raten bei Männern beinahe dreimal höher. Nachdem die Rate der Amputationen zuletzt auf 15,4 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2019 gesunken ist, steigt sie nun wieder leicht an auf 15,5 im Jahr 2020. Die Bundesländer Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt zeigen im Jahr 2020 mit Werten von 11,5, 14,8 und 11,9 für Frauen sowie 28,6, 37,2 und 35,0 für Männer deutlich höhere Amputationsraten bei Diabetes pro 100.000 Einwohner im Vergleich zu Bundeländern wie Baden-Württemberg (Frauen: 4,7; Männer: 12,7), Hessen (Frauen: 4,2; Männer: 11,6) oder Hamburg (Frauen: 3,1; Männer: 8,2). Sowohl für Männer wie für Frauen zeigen sich die höchsten Raten der diabetesbedingten Amputationen in Regionen mit der höchsten sozioökonomischen Deprivation.

Fazit

Die Abnahme der Major-Amputationen setzt sich im Jahr 2020 für Frauen fort. Bei den Männern bleibt die Rate im Vergleich zu den beiden Vorjahren konstant. Standardisiert auf die Altersverteilung Deutschlands zum 31.12.2020 zeigt sich jedoch auch für Männer eine Fortsetzung des Rückgangs der Amputationen im Zeitverlauf. Für beide Geschlechter sind regionale Unterschiede festzustellen, die mit der regionalen Verteilung der Diabetesprävalenz korrespondieren. Gleiches gilt für Regionen mit hoher sozioökonomischer Deprivation, da auch hier die Diabetesprävalenz höher liegt als in Regionen mit niedrigerer sozioökonomischer Deprivation (Grundmann et al. 2014).

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator diabetesbedingte Amputationen ist definiert als Anzahl an Amputationsfällen der unteren Extremitäten oberhalb des Sprunggelenks (OPS-Codes: 5‑864/5‑865.0) bei Personen (ab 15 Jahren) mit Haupt- oder Nebendiagnose (E10.-/E11.-E13.-/E14.) bezogen auf 100.000 Einwohner (ab 15 Jahren) in einem Jahr.

Bezugspopulation

Alle Krankenhausfälle, die nach dem DRG-Vergütungssystem abgerechnet werden.

Datenquelle

Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), die alle ca. 19 Millionen stationär behandelten Fälle pro Jahr in Deutschland einschließt.

Berechnung

  • Beobachtete relative Werte: Anzahl an Amputationsfällen bezogen auf 100.000 Einwohner.
  • Beobachtete absolute Werte: Anzahl an Amputationsfällen der unteren Extremitäten oberhalb des Sprunggelenks (OPS-Codes: 5‑864/5‑865.0) bei Personen (ab 15 Jahren) mit Haupt- oder Nebendiagnose (E10.-/E11.-E13.-/E14.).
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen 15-19 Jahre bis 80-84 Jahre in Fünfjahresschritten und älter als 85 Jahre mit der Bezugspopulation der Wohnbevölkerung Deutschlands zum 31.12.2020.
  • Stratifizierung: Die Darstellung nach Bundesland basiert auf dem Wohnort. Die Stratifizierung nach regionaler sozioökonomischer Deprivation erfolgt auf Grundlage des German Index of Socioeconomic Deprivation (GISD, Revision 2020) (Kroll et al. 2017). Dieser liefert Informationen zu allen Land- und Stadtkreisen und teilt diese in Quintile von sehr niedriger bis sehr hoher sozioökonomischer Deprivation ein. Die Berechnung erfolgte stratifiziert für jedes Quintil nach Linkage des GISD mit den diabetesbedingten Amputationen auf Kreisebene (Ökologische Korrelation).

Datenqualität

Die fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik beinhaltet Informationen über alle Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Sie umfasst unter anderem Haupt- und Nebendiagnosen, Operationen und Prozeduren sowie Informationen zu Alter, Geschlecht und Wohnort der Patientinnen und Patienten. Die Daten werden auf Fallbasis dokumentiert, sodass wiederholte Krankenhausaufenthalte einer Person als mehrere Fälle gewertet werden. Die Datenqualität hängt von der Kodierpraxis und weiteren Dokumentationseffekten ab.

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