GSB 7.1 Standardlösung

Screening Gestationsdiabetes

Seit 2012 wird Schwangeren ohne bekannten Diabetes in Deutschland gemäß Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ein zweistufiges Screening auf Gestationsdiabetes angeboten (Mutterschafts-Richtlinien des G-BA). Dieses besteht aus einem Vortest mit 50 g Glukose (Glucose-Challenge-Test, GCT), welcher unabhängig von Tageszeit und Nahrungsaufnahme zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden soll. Bei auffälligem Befund wird ein diagnostischer Test mit 125 g Glukose (oraler Glukosetoleranztest, oGTT) durchgeführt. Im Gegensatz zu den Mutterschafts-Richtlinien des G-BA empfiehlt die deutsche Leitlinie für Gestationsdiabetes die direkte Durchführung des diagnostischen Tests (S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus).

Kernaussagen

  • 9 von 10 schwangere Frauen mit Klinikgeburt im Jahr 2019 hatten mindestens einen Test auf Gestationsdiabetes erhalten.
  • Seit 2016 zeigt sich ein Anstieg des Anteils der Frauen mit Klinikgeburt, die einen Test auf Gestationsdiabetes erhalten.
  • Bei zwei Drittel der Frauen mit Klinikgeburt wird nur der Vortest durchgeführt, bei 17,8 % Vor- und Diagnosetest und bei 7,1 % nur der Diagnosetest.

Die Visualisierung von Indikatoren benötigt Javascript. Bitte aktivieren Sie Javascript in Ihrem Browser.

Trend

Indikatoren_ScreenreaderHinweis_Datentabelle

Querschnitt

Nach Region

Indikatoren_ScreenreaderHinweis_Datentabelle

  • Nach Geschlecht

    Indikatoren_ScreenreaderHinweis_Datentabelle

  • Nach Alter

    Indikatoren_ScreenreaderHinweis_Datentabelle

  • Nach Bildungsgruppe

    Indikatoren_ScreenreaderHinweis_Datentabelle

Ergebnis

Im Jahr 2019 wurde für 90,7 % der Frauen mit Klinikgeburt die Durchführung mindestens eines Tests dokumentiert. Hierbei erhielten 65,7 % nur einen Vortest, 7,1 % nur den diagnostischen Test und 17,9% beide Tests. In den jüngeren Altersgruppen (bis 35 Jahre) erhielten etwa zwei Drittel der Frauen nur einen Vortest. In den höheren Altersgruppen ist dieser Anteil niedriger und der Anteil von Frauen, welche nur einen Diagnosetest oder beide Tests erhalten dementsprechend höher. Ein Zeitvergleich zeigt, dass der Anteil der Frauen mit Klinikgeburt ohne dokumentierten Test zwischen 2016 und 2019 von 16,6 % auf 9,3 % gesunken ist und der Anteil der Frauen, die mindestens einen Test erhielten, im gleichen Zeitraum zugenommen hat (2016: 83,4 %, 2019: 90,7 %). In allen Bundesländern lässt sich dieser Trend erkennen, allerdings zeigt sich im Jahr 2019 weiterhin ein deutlicher Unterschied hinsichtlich des Anteils der Frauen, welche ein Screening erhalten. So erhalten in Sachsen-Anhalt im Jahr 2019 94,6 % mindestens einen Test auf GDM während in Bremen nur 83,5 % einen Test erhalten.

Fazit

Die Screeningquote hat über die Zeit zugenommen, sodass für 9 von 10 Frauen die Durchführung eines Screeningtests dokumentiert ist. In einer früheren Analyse mit Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus dem Jahr 2014/15 lag dieser Anteil mit 80,8 % noch deutlich niedriger (Melchior et al. 2017). Über die Jahre ist die Screeningquote dann angestiegen, dies belegen auch Folgeanalysen der KBV. Der Großteil der Frauen folgt der Empfehlung der Mutterschafts-Richtlinien und hat zunächst entweder nur den Vortest oder den Vortest mit darauffolgendem diagnostischem Test erhalten. Nur bei einem kleineren Teil der schwangeren Frauen wurde nur der diagnostische Test durchgeführt. In weiterführenden Analysen sollte darauf eingegangen werden, welche Frauen derzeit noch nicht vom Screening erreicht werden, und ob sich diese in wichtigen Risikofaktoren für den Gestationsdiabetes unterscheiden.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Screening Gestationsdiabetes ist definiert als Anteil der Frauen mit Klinikgeburt ohne vorbestehendem Diabetes in einem gegebenen Jahr, bei denen die Durchführung des Vortests und/oder des diagnostischen Tests im Mutterpass dokumentiert ist.

Bezugspopulation

Alle Frauen mit Klinikgeburt in Deutschland nach Ausschluss von Frauen mit vorbestehendem Diabetes (circa 1 % aller Frauen).

Datenquelle

Qualitätssicherung Perinatalmedizin (Geburtshilfe) seit 2015 am Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) auf Basis der Perinatalstatistik der Länder. Diese enthält Daten aller rund 700.000 stationären Geburten pro Jahr in Deutschland.

Berechnung

  • Beobachtete Werte: Quotient aus der Anzahl aller Frauen mit Klinikgeburt und dokumentiertem GDM-Screening im Mutterpass im Verhältnis zu allen Frauen mit Klinikgeburt nach Ausschluss von Frauen mit vorbestehendem Diabetes. Bei der Analyse wurden die Gruppen „Nur Vortest“, „Nur Diagnosetest“ sowie „Vor- und Diagnosetest" unterschieden. Die Darstellung nach Bundesland basiert auf der Lage des Krankenhauses, in welchem die Entbindung stattgefunden hat.

Datenqualität

Der Datensatz enthält nur Informationen zu Klinikgeburten, da die Daten von den Krankenhäusern übermittelt werden. Somit werden Daten von Geburten außerhalb des Krankenhauses, die einen sehr kleinen Anteil von unter 2 % darstellen, nicht erfasst.

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK