GSB 7.1 Standardlösung

Behandlungsprofile des Typ-2-Diabetes

Gemäß der Nationalen VersorgungsLeitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes ist ein Behandlungsziel die Reduktion von Begleit- und Folgeerkrankungen. Dabei kommt der Blutzuckerkontrolle in Abhängigkeit des Risikoprofils und subjektiver Bedürfnisse eine große Bedeutung zu.

Kernaussagen

  • Fast drei Viertel der 45- bis 79-jährigen Personen mit Typ-2-Diabetes werden medikamentös behandelt, etwa jede zehnte Person erhält ausschließlich eine Lebensstilintervention.
  • Es zeigen sich Geschlechts- und Regionsunterschiede im Behandlungsmodus.
  • Im zeitlichen Verlauf ist der Anteil von Personen mit medikamentöser Behandlung relativ stabil geblieben, während der Anteil von Personen mit ausschließlicher Lebensstilintervention rückläufig ist.

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Trend

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach Bildungsgruppe

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Ergebnis

Für 45- bis 79-jährige Personen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland zeigt sich im Jahr 2010, dass 17,3 % (Frauen: 22,1 %; Männer: 13,0 %) keine Behandlung angeben, 9,3 % (Frauen: 10,7 %; Männer: 8,2 %) ausschließlich eine Lebensstilintervention erhalten und 73,4 % (Frauen: 67,2 %; Männer: 78,9 %) medikamentös behandelt werden. Der Anteil von Personen mit Behandlung ist in den neuen Bundesländern höher als in den alten Bundesländern, wohingegen keine Unterschiede zwischen den jeweils betrachteten Alters- und Bildungsgruppen erkennbar sind. Im Zeitverlauf von 1998 bis 2010 ist der Anteil von Personen mit medikamentöser Therapie fast unverändert, während der Anteil von Personen mit ausschließlicher Lebensstilintervention abgenommen hat. Während sich der Behandlungsmodus bei Männern nur geringfügig verändert hat, zeigt sich bei Frauen ein höherer Anteil ohne Behandlung im Jahr 2010 (9,8 % vs. 22,1 %).

Fazit

In Deutschland werden fast drei Viertel aller 45- bis 79-jährigen Personen mit Typ-2-Diabetes medikamentös behandelt, während etwa jede zehnte Person ausschließlich eine Lebensstilintervention zur Behandlung des Diabetes erhält und 17,3 % keine Behandlung angeben. Der zunehmende Anteil von Frauen mit Typ-2-Diabetes ohne eine aktuelle Behandlung über den Zeitverlauf erklärt sich möglicherweise dadurch, dass Frauen mit einem früheren Gestationsdiabetes nicht vollständig aus der Analyse ausgeschlossen werden konnten.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Behandlung ist definiert als Anteil der Personen mit bekanntem Typ-2-Diabetes, denen folgende aktuelle Behandlungsansätze zugeordnet werden:

  1. Keine Behandlung (weder Lebensstil noch Medikation)
  2. Nur Lebensstilintervention
  3. Medikation (mit oder ohne Lebensstilintervention)

Operationalisierung

Der Indikator Behandlung basiert auf Selbstangaben von Personen mit bekanntem Typ-2-Diabetes zu ihrer derzeitigen Behandlung.

  • Wie werden Sie zurzeit behandelt?"

    • Mit Diät
    • Mit Insulin
    • Mit Tabletten
    • Keine Behandlung
  • Antwortmöglichkeiten jeweils:

    • ja
    • nein
    • weiß nicht

Angaben über die Anwendung von Insulin und Tabletten wurden dabei durch die Daten der automatisierten Medikamentenerfassung unter Nutzung der Arzneimittel-Erfassungsdatenbank AmEDa bestätigt (siehe Indikator Medikation des Typ-2-Diabetes). Eine detaillierte Beschreibung des Vorgehens zur Medikamentenerfassung findet sich bei Knopf und Grams (2013).

Bezugspopulation

Wohnbevölkerung in Deutschland mit bekanntem Typ-2-Diabetes, Alter 45-79 Jahre

Datenquelle

Bundesweite RKI-Befragungs- und Untersuchungssurveys 1997-1999 (BGS98) und 2008-2011 (DEGS1) basierend auf Einwohnermeldeamtsstichprobe und Erhebung durch Selbstausfüllfragebogen, ärztliches Interview, automatisierte Medikamentenerfassung und Untersuchung.

Fallzahl

  • BGS98: n = 7.124
  • DEGS1: n = 7.115 (davon n = 2.923 bereits am BGS98 teilgenommen)

Für den Indikator Behandlung werden Daten der Altersgruppe 45 bis 79 Jahre mit bekanntem Typ-2 Diabetes ausgewertet:

  • BGS98: n = 333
  • DEGS1: n = 526

Berechnung

  • Beschreibung: Für den Indikator werden die Kennziffern für gesamt, Frauen und Männer sowie jeweils stratifiziert nach Altersgruppe, Wohngebiet und Bildungsstand angegeben soweit die Fallzahl für die Kennziffer ≥ 5 ist und die statistische Unsicherheit in der Schätzung der Kennziffer als nicht zu groß angesehen wird (d.h. Variationskoeffizient ≤ 33,5 %). 
  • Stratifizierung: Die geographische Einordnung des Wohnsitzes der teilnehmenden Person erfolgte nach Ost-/West (Ost = neue Bundesländer einschließlich Berlin, West = alte Bundesländer ohne Berlin). Der Bildungsstatus wurde anhand des CASMIN-Indexes bestimmt, in den Angaben zu schulischer und beruflicher Ausbildung eingehen und der die Einteilung in eine untere, mittlere und obere Bildungsgruppe ermöglicht.
  • Gewichtung: Um Abweichungen der Surveys von der jeweils zugrundeliegenden Bezugspopulation aufgrund von unterschiedlicher Teilnahmebereitschaft oder Auswahlwahrscheinlichkeit zu korrigieren, wurde für die Berechnung des Indikators in BGS98 und DEGS1 jeweils ein Gewichtungsfaktor verwendet. Diese passen die Surveys an die Bevölkerungsstruktur der Wohnbevölkerung in Deutschland  hinsichtlich Geschlecht, Alter, Bundesland, deutsche Staatsangehörigkeit (ja/nein), Gemeindetyp und Bildung zum 31.12.1997 (BGS98) beziehungsweise 31.12.2010 (DEGS1) an. In DEGS1 wurde bei der Gewichtung zusätzlich die unterschiedliche Teilnahmewahrscheinlichkeit von Wiederteilnehmenden aus BGS98 berücksichtigt.
  • Altersstandardisierung: BGS98/DEGS1: Es erfolgt eine Altersstandardisierung und Trendgewichtung durch Berechnung des Gewichtungsfaktors in BGS98 unter Verwendung der Alters-, Geschlechts- und Bundeslandstruktur der der Wohnbevölkerung in Deutschland zum 31.12.2010.

Datenqualität

Die RKI-Befragungs- und Untersuchungssurveys (BGS98/DEGS1) liefern repräsentative Ergebnisse für die 18- bis 79-jährige Wohnbevölkerung Deutschlands. Die Bevölkerung ab 80 Jahren wird erst in zukünftigen Erhebungswellen eingebunden werden. Wie bei allen bevölkerungsbezogenen Studien ist davon auszugehen, dass schwer kranke und institutionalisierte Personen unterrepräsentiert sind.

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