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DMP-Qualitätszielerreichung Typ-2-Diabetes

Seit dem Beginn der Verträge des Disease-Management-Programs (DMP) für Typ-2-Diabetes im Jahr 2003 werden verschiedene Versorgungsziele als Instrument der Qualitätssicherung wiederkehrend berichtet. Die Qualitätskriterien orientieren sich an den Versorgungsleitlinien und werden regelmäßig überprüft und angepasst. Die Quoten der Zielerreichung werden zum einen über alle DMP-Teilnehmenden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bundesweit aufbereitet. Zum anderen bietet der Fachbereich Evaluation und Qualitätssicherung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit dem DMP-Atlas Nordrhein-Westfalen (NRW) eine detaillierte Aufbereitungen untergliedert nach u. a. Geschlecht, Alter und Komorbidität für NRW an. Das Jahr 2021 ist durch die Corona-Pandemie gekennzeichnet, die sich auf die Quoten der Zielerreichung auswirken kann. Im Folgenden wird auf die Daten aus NRW für das Jahr 2021 zurückgegriffen und ausgewählte Ergebnisse werden epidemiologisch eingeordnet.

Kernaussagen

  • Bei den meisten DMP-Qualitätszielen wird im Jahr 2021 die vertraglich vorgegebene Zielerreichungsquote erreicht.
  • Bei dem DMP-Qualitätsindikator Erreichen des individuellen HbA1c-Zielwerts ist die Quote in den letzten Jahren zurückgegangen.
  • Ergebnisse aus den ersten beiden Pandemie-Jahren zeigen einen leichten Rückgang bei einzelnen Indikatoren.

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Ergebnis

Bestimmte Qualitätsziele des DMP zeigen eine positive Entwicklung über die Zeit. Der Anteil der DMP-Teilnehmenden mit individuell erreichtem HbA1c-Zielwert steigt von 59,2 % im Jahr 2012 auf 60,1 % im Jahr 2021 an. Im Jahr 2021 wird der vertraglich vorgegebene Mindestanteil von 60 % von DMP-Teilnehmenden mit erreichtem HbA1c-Zielwert für Frauen (62,2 %) zwar erreicht, nicht aber für Männer (58,2 %). Auch der Anteil von DMP-Teilnehmenden mit bekannter arterieller Hypertonie und erreichtem Blutdruck-Zielwert (< 140/90 mmHg) verbessert sich von 57,1 % im Jahr 2012 auf 57,6 % im Jahr 2021. Im Jahr 2021 wird dabei der Mindestanteil von 45 % sowohl für Frauen (58,1 %) als auch für Männer (57,1 %) erreicht. Für die Indikatoren Augen-Netzhautuntersuchung und Fußstatus-Komplettuntersuchung ist ein leichter Rückgang in den Pandemiejahren im Vergleich zum Vorjahr (-4,8 bzw. -3,4 Prozentpunkte zwischen 2019 und 2021) zu verzeichnen. 

Diabetesschulungen haben gemäß Leitlinien hohe Priorität in der Therapie. Seit 2017 ist als weiteres Ziel eine möglichst hohe Teilnahme an Diabetesschulungen definiert. Bei diesem Indikator ist jedoch ein Rückgang von 37,8 % im Jahr 2017 auf 34,4 % im Jahr 2021 zu verzeichnen. Frauen zeigen im Jahr 2021 mit 35,5 % einen höheren Teilnahmeanteil im Vergleich zu Männern (33,4 %).

Bei dem Indikator zur Überprüfung der Nierenfunktion wird die Zielquote von 90 % nur leicht unterschritten (89,4 %). Deutlicher werden dagegen die vertraglich festgelegten Mindestquoten für eine Untersuchung der Netzhaut (64,1 % gegenüber der Zielquote von 90 %), die adäquate Versorgung der insgesamt sehr wenigen DMP-Patienten mit einem Ulkus (47,6 % gegenüber der Zielquote von 65 %) und eine indikationsspezifische Verordnung von Thrombozytenaggregationshemmern nicht erreicht (72,8 % gegenüber der Zielquote von 80 %).

Fazit

Insgesamt werden im Jahr 2021 die Zielquoten von zehn der 14 Zielen mit quantitativen Vorgaben erreicht und in manchen Fälle sogar deutlich überschritten. Studien zeigen, dass die Teilnahme an einem DMP Typ-2-Diabetes mit positiven Effekten auf die Versorgungsqualität verbunden ist (Fuchs et al. 2014, Laxy et al. 2015, Mehring et al. 2017, Groos und Hagen 2020). Ein großer Teil aller Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes ist in einem DMP eingeschrieben (Groos und Hagen 2020). Die Zielerreichungsquote zum individuellen HbA1c-Wert ist seit 2016 rückläufig. Zuvor wurde für diesen zentralen Indikator der Therapie bei Typ-2-Diabetes im zeitlichen Trend auf Basis der bundesweiten RKI-Befragungs- und Untersuchungssurveys 1997-1999 (BGS98) und 2008-2011 (DEGS1) eine deutliche Verbesserung festgestellt (Du et al., 2015). Es besteht Optimierungspotential in der Teilnahmebereitschaft des für den therapeutischen Prozess ebenfalls sehr wichtigen Qualitätsziels „Diabetesschulungen“ sowie in der Definition dieses Indikators. In den hier vorgestellten Zielen zeigen Frauen im Vergleich zu Männern eine höhere Erreichungsquote. Der Rückgang der Zielerreichung bei Netzhaut- und Fußuntersuchungen in den Pandemiejahren könnte mit der eingeschränkten Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Leistungen während der Pandemie zusammenhängen.

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Definition

Die Indikatorengruppe „DMP Qualitätszielerreichung Typ-2-Diabetes“ setzt sich aus verschiedenen Zielen zusammen und ist allgemein definiert als Anteil von Teilnehmenden an DMPs mit Zielerreichung bezogen auf alle DMP-Teilnehmenden mit spezifischen Voraussetzungen wie Teilnahmedauer oder Morbiditätslage. Aktuell werden 18 Ziele in der Qualitätssicherung des Typ-2-Diabetes definiert.

Datenquelle

Die DMP-Qualitätsziele sind derzeit ausschließlich für NRW stratifiziert nach u. a. Geschlecht, Alter und Komorbidität verfügbar. Im Jahr 2020 wurden innerhalb des DMP Typ-2-Diabetes in NRW fast 1.000.000 Patientinnen und Patienten betreut. Für etwa 970.000 hiervon, die bereits mehrmals untersucht wurden, lässt sich das Erreichen der Qualitätsziele untersuchen.

Datenqualität

Die Qualität der DMP-Daten hängt von der Dokumentation der teilnehmenden Praxen ab.