GSB 7.1 Standardlösung

Prävalenz dokumentierter Diabetes

Neben der Prävalenz auf Basis bevölkerungsrepräsentativer Surveys des RKI ermöglicht die zusätzliche Verwendung der Daten nach der Datentransparenzverordnung (DaTraV) eine noch stärker stratifizierte Darstellung der dokumentierten Prävalenz. Insbesondere sind auch Personen höheren Alters enthalten und die Ergebnisse sind auf Ebene der Bundesländer darstellbar. Zu beachten ist, dass Analysen von DaTraV-Daten etwas höhere Prävalenzschätzungen als Analysen von bevölkerungsbezogenen Surveydaten liefern, was auf Unterschiede hinsichtlich Bezugspopulation, Altersspektrum und Datenerhebung zurückgeht.

Kernaussagen

  • Für Frauen und Männer zeigt sich bis zur Altersgruppe mit Personen ab 80 Jahren ein stetiger Anstieg der dokumentierten Prävalenz.
  • Für die Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede in der Prävalenz, die auch nach Berücksichtigung der unterschiedlichen Altersstruktur erhalten bleiben.

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Trend

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach Bildungsgruppe

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Ergebnis

Im Jahr 2013 zeigt sich mit 11,2 % für Frauen ab 18 Jahren im Vergleich zu 12,6 % für Männer ab 18 Jahren eine geringere Diabetesprävalenz, die über beide Geschlechter 11,9 % beträgt. Bis zur Altersgruppe der Personen ab 80 Jahren steigt die Prävalenz deutlich an. Beträgt sie in der Altersgruppe der 30-39-Jährigen noch 1,5 %, steigt diese auf 9,8 % in der Altersgruppe der 50-59-Jährigen und erreicht in der Altersgruppe der Personen ab 80 Jahren 33,1 %. Dieses Bild ist grundsätzlich für beide Geschlechter ähnlich, allerdings zeigen sich für Frauen in jeder Altersgruppe ab 30 Jahren die geringeren Werte. Im Jahr 2011 zeigt sich sowohl für Frauen als auch für Männer in Sachsen-Anhalt mit 16,1 % und 16,4 % die höchste Prävalenz. Generell zeigen die neuen Bundesländer und das Saarland (Frauen: 12,5 %; Männer: 13,7 %) die höchsten Werte; gleichzeitig sind für Schleswig-Holstein (Frauen: 8,6 %; Männer: 10,3 %) und Hamburg (Frauen: 7,8 %; Männer: 9,5 %) die niedrigsten Werte dokumentiert

Fazit

Für beide Geschlechter steigt die nach 10-Jahres-Altersbändern dargestellte dokumentierte Prävalenz mit zunehmendem Alter stetig an. Das regionale Verteilungsbild ähnelt dem aus RKI-Befragungssurveys und ist zum Teil durch die zwischen den Bundesländern unterschiedliche Bevölkerungsstruktur erklärbar (Diederichs et al. 2017). Weitere mögliche Ursachen sind regionale Unterschiede in den Diabetesrisikofaktoren (Diederichs et al. 2017), der Diabetesdiagnostik (Heidemann et al. 2016) und der sozialen Deprivation (Kroll et al. 2017).

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Prävalenz des dokumentierten Diabetes ist definiert als Anteil gesetzlich Krankenversicherter mit einer stationär dokumentierten Diagnose in mindestens einem Quartal oder einer ambulant gesichert dokumentierten Diagnose (E10.- bis E14.-) in mindestens zwei Quartalen bezogen auf die im Folgenden definierte Bezugspopulation aller gesetzlich krankenversicherten Erwachsenen.

Bezugspopulation

Gesetzlich krankenversicherte Erwachsene, die mindestens 360 Tage im jeweiligen Jahr versichert sind, ihren Wohnsitz in Deutschland haben und ihre Gesundheitsleistungen vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet bekommen, werden in die Analysen eingeschlossen.

Datenquelle

Versorgungsdaten aller circa 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten nach Datentransparenzverordnung (DaTraV), unter denen ca. 55 Millionen mindestens 18 Jahre alt sind.

Berechnung

  • Beobachtete relative Werte: Quotienten aus der Anzahl der Personen mit dokumentierten Diabetes im Verhältnis zu allen gesetzlich Krankenversicherten. Die Darstellung nach Bundesland basiert auf dem Wohnort.
  • Beobachtete absolute Werte: Anzahl der gesetzlich krankenversicherten Personen mit dokumentiertem Diabetes.
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen 18-24 Jahre, von 25-29 Jahre bis 80-84 Jahre in Fünfjahresschritten und älter als 85 Jahre mit der DaTraV-Population des Jahres 2013.

Datenqualität

Es handelt sich um Leistungs- und Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese umfassen ambulant und stationär dokumentierte Diagnosedaten sowie Informationen zur Verordnung von Medikamenten. Die Qualität der Daten hängt von der Dokumentationspraxis ab. In den DaTraV-Daten sind keine Versorgungsdaten von privat Krankenversicherten und keine Angaben zu den erbrachten stationären oder ambulanten Leistungen enthalten.

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