GSB 7.1 Standardlösung

Körperliche Inaktivität

Körperliche Aktivität bezeichnet jegliche Art der Bewegung, welche zu einem erhöhten Energieumsatz führt, und kann in unterschiedlichen Bereichen stattfinden: in der Freizeit, im Arbeitsumfeld, im Haushalt und als Bewegung von Ort zu Ort. Für den vorliegenden Indikator werden nur körperliche Aktivitäten berücksichtigt, die in der Freizeit stattfinden (Finger et al., 2015). Körperliche Inaktivität (d. h. das Nichterreichen der genannten Empfehlung) stellt einen wichtigen Risikofaktor für die Entstehung von nichtübertragbaren Erkrankungen wie dem Typ-2-Diabetes dar.

Kernaussagen

  • Über die Hälfte der Erwachsenen erreicht nicht die Empfehlung der WHO von mindestens 2,5 Stunden Ausdaueraktivität pro Woche.
  • Es zeigen sich Unterschiede in der Prävalenz körperlicher Inaktivität hinsichtlich Bildung und Bundesland.

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Querschnitt

Nach Region

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  • Nach Geschlecht

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  • Nach Alter

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  • Nach Bildungsgruppe

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Ergebnis

Die Prävalenz der körperlichen Inaktivität in der erwachsenen Bevölkerung beträgt 54,7 % (Frauen: 57,4 %; Männer: 52,0 %) im Jahr 2014. Diese unterscheidet sich nur geringfügig zwischen den Altersgruppen. Im höheren Lebensalter kommt es durch körperliche Einschränkungen bedingt zu einer Zunahme der körperlichen Inaktivität. Zwischen den Bundesländern zeigen sich leichte Unterschiede. Während Sachsen (Frauen: 65,5 %; Männer: 60,2 %) und Mecklenburg-Vorpommern (Frauen: 60,8 %; Männer: 60,6 %) die höchsten Prävalenzen aufweisen, sind diese in Bremen (Frauen: 52,4 %; Männer: 42,1 %) und Schleswig-Holstein am niedrigsten (Frauen: 53,7 %; Männer: 45,2 %). Weiterhin sind Personen in der oberen Bildungsgruppe (44,3 %) in der Freizeit seltener körperlich inaktiv als in der unteren Bildungsgruppe (62,3 %).

Fazit

Über alle Altersgruppen hinweg erreicht über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland nicht die Empfehlung der WHO von mindestens 2,5 Stunden Ausdaueraktivität pro Woche. Eine zentrale Aufgabe sollte daher der weitere Ausbau von Public-Health-Maßnahmen zur Bewegungsförderung sein, wie sie beispielsweise die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung vorsehen (Rütten & Pfeifer, 2017).

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator körperliche Inaktivität ist definiert als Anteil von Personen in der Bevölkerung, welche die Empfehlung für Ausdaueraktivität (mindestens 2,5 Stunden pro Woche) der WHO (WHO, 2010) durch Aktivitäten in der Freizeit nicht erreichen.

Operationalisierung

Zusammengesetzte Variable basierend auf Selbstangaben zu Freizeitaktivitäten und Radfahren. Die Dauer der Freizeitaktivitäten und des Radfahrens werden summiert und mit der Empfehlung der WHO abgeglichen.

  • Freizeitaktivitäten: „Wie viel Zeit verbringen Sie insgesamt in einer typischen Woche mit Sport, Fitness, oder körperlicher Aktivität in der Freizeit?“

    • Angabe in Minuten
  • Radfahren:

    • „An wie vielen Tagen in einer typischen Woche fahren Sie mindestens 10 Minuten ohne Unterbrechung mit dem Fahrrad, um von Ort zu Ort zu gelangen?“

      • Angabe Anzahl von 0 bis 7 Tage
    • „Wie lange fahren Sie an einem typischen Tag mit dem Fahrrad, um von Ort zu Ort zu gelangen?“

      • 10-29 Minuten pro Tag
      • 30-59 Minuten pro Tag
      • 1 Stunde bis unter 2 Stunden pro Tag
      • 2 Stunden bis unter 3 Stunden pro Tag
      • 3 Stunden pro Tag oder mehr
  • Formel zur Berechnung der Körperlichen Aktivität

Bezugspopulation

Deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland, Alter ab 18 Jahren

Datenquelle

Bundesweiter RKI-Befragungssurvey GEDA 2014/15-EHIS basierend auf Einwohnermeldeamtsstichprobe und Erhebung durch Selbstausfüllfragebogen (online/schriftlich).

Fallzahl

  • GEDA 2014/15-EHIS: n = 24.016

Berechnung

  • Beschreibung: Für jeden Indikator werden die Kennziffern für gesamt, Frauen und Männer sowie jeweils stratifiziert nach Altersgruppe, Wohngebiet und Bildungsstand angegeben, soweit die Fallzahl für die Kennziffer ≥ 5 ist und die statistische Unsicherheit in der Schätzung der Kennziffer als nicht zu groß angesehen wird (d.h. Variationskoeffizient ≤ 33,5 %).
  • Stratifizierung: Die geographische Einordnung des Wohnsitzes der teilnehmenden Person erfolgte nach Bundesland. Der Bildungsstatus wurde anhand des CASMIN-Indexes bestimmt, in den Angaben zu schulischer und beruflicher Ausbildung eingehen und der die Einteilung in eine untere, mittlere und obere Bildungsgruppe ermöglicht.
  • Gewichtung: Um Abweichungen des Surveys von der zugrundeliegenden Bezugspopulation aufgrund von unterschiedlicher Teilnahmebereitschaft oder Auswahlwahrscheinlichkeit zu korrigieren, wurde für die Berechnung des Indikators ein Gewichtungsfaktor verwendet. Dieser passt den Survey an die Bevölkerungsstruktur der Bezugspopulation hinsichtlich Geschlecht, Alter, Bundesland, Gemeindetyp und Bildung zum 31.12.2014 an.

Datenqualität

Die RKI-Befragungssurveys (GEDA) liefern repräsentative Ergebnisse für die deutschsprachige Wohnbevölkerung Deutschlands ab 18 Jahren. Wie bei allen bevölkerungsbezogenen Studien ist davon auszugehen, dass schwer kranke und institutionalisierte Personen unterrepräsentiert sind. Darüber hinaus basieren alle Informationen auf Selbstangaben und nicht auf ärztlichen Interviews oder Untersuchungen.

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