GSB 7.1 Standardlösung

Prävalenz Gestationsdiabetes

Beim Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes handelt es sich um eine erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierte Blutzuckerstörung. Diese bildet sich bei den meisten Frauen nach der Geburt zurück, erhöht aber das Risiko für Geburtskomplikationen bei Mutter und Kind (Metzger et al., 2008) sowie das Risiko der Mutter, später an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken (Rayanagoudar et al., 2016).

Kernaussagen

  • Mehr als 54.000 schwangere Frauen sind im Jahr 2019 von Gestationsdiabetes betroffen.
  • Basierend auf Daten der stationären Qualitätssicherung Geburtshilfe zeigt sich seit 2013 ein Anstieg des Gestationsdiabetes bei Frauen mit Klinikgeburt.
  • Zur verlässlichen Einschätzung des Anstiegs der GDM-Prävalenz sind fortlaufende Analysen zur Screeningdurchführung, Dokumentation sowie von Veränderungen mütterlicher Risikofaktoren notwendig.

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Ergebnis

Insgesamt wurde im Jahr 2019 bei 54.504 von 743.416 Frauen mit Klinikgeburt in Deutschland ein Gestationsdiabetes dokumentiert (7,3 %). Seit dem Jahr 2013 hat dieser Anteil kontinuierlich von 4,6 % auf 7,3 % zugenommen. Die Prävalenz des Gestationsdiabetes steigt mit zunehmendem Alter der Mütter bei Geburt deutlich an: Während im Jahr 2019 3,1 % der Frauen unter 20 Jahren betroffen waren, waren es 17,5 % der Frauen im Alter von 45 Jahren und älter. Auch zwischen den Bundesländern zeigten sich Unterschiede. Während die Prävalenz des Gestationsdiabetes in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein unter 6 % beträgt, liegt diese in Berlin, Rheinland-Pfalz und im Saarland über 9 %.

Fazit

Es zeigt sich ein Anstieg der Prävalenz des Gestationsdiabetes, der durch verschiedene Faktoren beeinflusst sein kann. Zum einen hat bei Müttern das durchschnittliche Alter bei Geburt und die Häufigkeit von Adipositas, welche Risikofaktoren des Gestationsdiabetes darstellen, zugenommen (IQTIG, 2018, Destatis, 2019). Zum anderen wurde im Jahr 2012 die Leitlinie für Gestationsdiabetes geändert und ein Screening als Kassenleistung eingeführt, was zu einer Zunahme der Diagnostik und Dokumentation geführt haben kann. Studien aus anderen Datenquellen liefern höhere Schätzungen zum Gestationsdiabetes (Melchior et al., 2017, Tamayo et al., 2016). Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Studien zur Verbesserung der Datenqualität, zum Beispiel zur Überprüfung von möglichen Dokumentationslücken.

Informationen zu Methodik und Datenquellen anzeigen

Definition

Der Indikator Prävalenz des Gestationsdiabetes ist definiert als Anteil der Frauen mit Klinikgeburt (einschließlich Totgeburten) in einem gegebenen Jahr, bei denen die Diagnose eines Gestationsdiabetes im Mutterpass oder die ICD-10 Diagnose O24.4 während des Klinikaufenthalts der Geburt dokumentiert ist.

Bezugspopulation

Alle Frauen mit Klinikgeburt in Deutschland nach Ausschluss von Frauen mit vorbestehendem Diabetes (ca. 1 % aller Frauen).

Datenquelle

Qualitätssicherung Perinatalmedizin (Geburtshilfe) seit 2015 am Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) auf Basis der Perinatalstatistik der Länder. Diese enthält Daten aller rund 700.000 stationären Geburten pro Jahr in Deutschland.

Berechnung

  • Beobachtete relative Werte: Quotient aus der Anzahl aller Frauen mit Klinikgeburt und dokumentiertem Gestationsdiabetes im Mutterpass im Verhältnis zu allen Frauen mit Klinikgeburt nach Ausschluss von Frauen mit vorbestehendem Diabetes. Die Darstellung nach Bundesland basiert auf der Lage des Krankenhauses, in welchem die Entbindung stattgefunden hat.
  • Beobachtete absolute Werte: Anzahl aller Frauen mit Klinikgeburt und dokumentiertem Gestationsdiabetes im Mutterpass oder einer ICD-10 Diagnose O24.4 während des Krankenhausaufenthalts.
  • Altersstandardisierung: Es erfolgt eine direkte Altersstandardisierung unter Verwendung der Altersgruppen < 20 Jahre, von 20-24 Jahre bis 40-44 Jahre in Fünfjahresschritten und älter als 45 Jahre mit der Population der Klinikgeburten des Jahres 2018.

Datenqualität

Der Datensatz enthält nur Informationen zu Klinikgeburten, da die Daten von den Krankenhäusern übermittelt werden. Somit werden Daten von Geburten außerhalb des Krankenhauses, die einen sehr kleinen Anteil von unter 2 % darstellen, nicht erfasst. Aufgrund einer möglichen unvollständigen Dokumentation des Gestationsdiabetes im Mutterpass, ist eine Unterschätzung der Prävalenz möglich.

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